
…
…
Wirtschaft
Herz — Desk Wirtschaft · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 2 Min.
BayWa, Deutschlands größter Händler für Agrarprodukte, Landmaschinen und Baumaterialien, hat einen zweiten Sanierungsplan. Genossenschaftliche Eigentümer und kreditgebende Banken haben sich auf ein Grundsatzabkommen geeinigt, das einen möglichen Schuldenschnitt und eine neue Kapitalspritze umfasst. Der Genossenschaftssektor – Mehrheitseigentümer von BayWa – hat bereits etwa 550 Millionen Euro in die Rettung investiert. Stefan Müller, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), stellt das Abkommen als einzige Alternative zur Insolvenz dar.
BayWa, Deutschlands größter Händler für Agrarprodukte, Landmaschinen und Baumaterialien, hat einen zweiten Sanierungsplan. Genossenschaftliche Eigentümer und kreditgebende Banken haben sich auf ein Grundsatzabkommen geeinigt, wie das Handelsblatt berichtet.
Das Grundsatzabkommen sieht einen möglichen Schuldenschnitt vor – das heißt, Banken als Kreditgeber würden auf einen Teil ihrer Forderungen gegenüber BayWa verzichten – sowie eine neue Kapitalspritze der genossenschaftlichen Eigentümer.
Die Anteile der Genossenschaften werden in Treuhand gestellt, um künftige Kapitalzuführungen von außen zu ermöglichen. Es handelt sich um eine zweite Rettungsaktion für den Konzern.
Stefan Müller ist seit August 2024 Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), der Interessenvertretung der Genossenschaften, die die Mehrheit von BayWa halten. Er verteidigt den Plan öffentlich.
Das Verhandlungsergebnis ist ein 'großer Erfolg'. Die Alternative zur Sanierung wäre ein 'Totalschaden' gewesen – der Totalverlust, also die Insolvenz.
— Stefan Müller, Präsident des GVB, laut Handelsblatt
Der Genossenschaftssektor ist in dreifacher Hinsicht der Krise ausgesetzt: als Mehrheitseigentümer von BayWa, als Kreditgeber (genossenschaftliche Banken) und indirekt als Referenzbank der Landwirte, die Kunden von BayWa sind.
BayWa geriet 2024 in eine existenzielle Krise, nachdem das Unternehmen während der Niedrigzinsphase aggressiv expandiert hatte. Die Ergebnisse der Sparte Erneuerbare Energien fielen unter die Erwartungen.
Trotz der Krise erreichte der Konzern in den ersten neun Monaten 2025 einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro.
Noch keine Kommentare. Seien Sie die/der Erste.
Seit der Krise von 2024 ist Michael Baur Chief Restructuring Officer (CRO). Er ist der Schlüsselmann des BayWa-Konzerns.
Die Position des Vorstandsvorsitzenden ist derzeit unbesetzt. Müller fordert eine schnelle Neubesetzung und argumentiert, dass das Unternehmen Führungskräfte benötigt, die sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, nicht nur auf die Sanierung.
Die geplante Strategie basiert auf einer Konzentration auf die drei historischen Geschäftsfelder: Agrarhandel, Landtechnik und Baumaterialien.
Das erreichte Abkommen ist ein Grundsatzabkommen, kein endgültiger Vertrag. Der Schuldenschnitt bleibt bedingt und seine genauen Modalitäten sind noch nicht festgelegt.
Die Gesamtbelastung des Genossenschaftssektors in Deutschland und Österreich liegt derzeit deutlich unter 1 Milliarde Euro. Sie könnte diese Schwelle überschreiten, wenn die BayWa-Aktien vollständig wertlos würden – ein Szenario, das Müller selbst für unsicher hält.
Der Termin für die Ernennung eines neuen Vorstandsvorsitzenden wurde nicht mitgeteilt.
Das Unternehmen hat in der Niedrigzinsphase aggressiv expandiert, und seine Aktivitäten im Bereich Erneuerbare Energien haben enttäuscht. Die 2024 ausgelöste existenzielle Krise konnte durch den ersten Sanierungsplan nicht bewältigt werden.
Ein Schuldenschnitt bedeutet, dass die Kreditgeber – hier die Banken – einen Teil ihrer Forderungen gegenüber BayWa verzeihen. Diese Maßnahme, die im Grundsatzabkommen vorgesehen ist, würde die Verschuldung des Konzerns verringern.
BayWa ist ein börsennotiertes Unternehmen, dessen Mehrheit vom Genossenschaftssektor gehalten wird. Diese werden insbesondere durch den GVB (Genossenschaftsverband Bayern) in Bayern vertreten.
Die Gesamtbelastung des Genossenschaftssektors in Deutschland und Österreich könnte 1 Milliarde Euro überschreiten, wenn die BayWa-Aktien vollständig wertlos wären. Derzeit bleibt sie deutlich unter diesem Schwellwert.
Wirtschaft