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Wirtschaft
Desk Wirtschaft · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 3 Min.
Ohne Ehevertrag unterliegen Ehepartner in Deutschland automatisch der Zugewinngemeinschaft — einem Güterstand, der das Vermögen während der Ehe trennt, aber die während der Ehe erworbenen Gewinne bei der Scheidung teilt, laut Handelsblatt. Rentenanwartschaften werden separat durch den Versorgungsausgleich verteilt. Konkretes Beispiel: Ein Vermögen, das während der Ehe von 100.000 auf 300.000 Euro anwächst, führt zu einer Zahlung von 100.000 Euro an den Ex-Partner. Familienrechtler empfehlen einen Ehevertrag, um diese Auswirkungen zu regeln, besonders für Paare mit Kindern.
In Deutschland unterliegen alle Ehepartner ohne notariellen Ehevertrag automatisch der Zugewinngemeinschaft — einem hybriden Güterstand, der das Vermögen während der Ehe trennt, aber jedem Ehepartner bei Auflösung der Ehe das Recht gibt, an der Vermögenswertzunahme des anderen teilzuhaben, laut Handelsblatt. Schenkungen und Erbschaften während der Ehe sind von dieser Berechnung ausgeschlossen.
Bei der Scheidung werden Rentenanwartschaften separat verteilt: der Versorgungsausgleich ist der automatische Ausgleich der während der Ehedauer erworbenen Rentenanwartschaften beider Ehepartner. Eine Unterhaltsleistung nach der Ehe kann hinzukommen.
Der Wertzuwachs einer vor der Ehe erworbenen Immobilie während der Ehedauer fließt in die Berechnung des Zugewinnausgleichs ein — der Ausgleichsmechanismus der ehelichen Vermögensgewinne bei Scheidung. Anteile an einem erfolgreichen Unternehmen können die fällige Summe erheblich erhöhen.
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Konkretes Beispiel: Wenn das Vermögen einer Frau während der Ehe von 100.000 auf 300.000 Euro anwächst, beträgt der Nettogewinn 200.000 Euro. Sie müsste 100.000 Euro an ihren Ex-Partner zahlen, exakt die Hälfte dieses Gewinns.
Eva Becker, Familienrechtlerin in Berlin, hebt ein spezifisches Risiko hervor: Wenn das Vermögen am Hochzeitstag nicht dokumentiert ist, setzt das Gericht null Euro als Berechnungsgrundlage an. Der mit dem Ex-Partner zu teilende Betrag erhöht sich dadurch mechanisch.
Ein Ehevertrag nimmt in der Regel die Form einer modifizierten Zugewinngemeinschaft an. Alles kann darin geregelt werden, sofern kein Partner völlig benachteiligt wird: Eine zu unausgewogene Klausel kann für sittenwidrig befunden und vom Gericht annulliert werden. Das direkteste Beispiel ist der vollständige Ausschluss eines Ehepartners vom Versorgungsausgleich ohne finanzielle Entschädigung.
Übliche Bestimmungen schließen Gesellschaftsanteile oder nicht gemeinsam erworbene Immobilien vom Zugewinnausgleich aus. Für Paare mit oder geplanten Kindern können auch Unterhaltsleistungen nach der Ehe oberhalb der Mindeststandards darin vorgesehen sein.
Hannah-Silvia Heise, Notarin in Darmstadt, empfiehlt, ein detailliertes Präambel in den Ehevertrag aufzunehmen, das die geplante anfängliche Aufteilung zwischen bezahlter Arbeit und Carearbeit — unbezahlte Haus- und Erziehungsarbeit — dokumentiert. Diese Präambel dient als Referenz bei einer möglichen Scheidung, falls die Praxis vom ursprünglichen Plan abgewichen ist.
Eva Becker beobachtet eine wachsende Nachfrage nach Eheverträgen von akademisch ausgebildeten und berufstätigen Frauen. Das Ziel ist, vertraglich die Entschädigung für eine Berufsunterbrechen zugunsten der Kindererziehung zu regeln, insbesondere durch Unterhaltsleistungen.
Um sich vor Schulden des Partners zu schützen, ist kein Ehevertrag erforderlich: Jeder Ehepartner verwaltet seine eigene Vermögensposition, solange er weder gemeinsame Kredite aufgenommen noch sich für den anderen verbürgt hat. Die Schulden eines Partners wirken sich jedoch auf die Berechnung des Zugewinnausgleichs bei Scheidung aus.
Die verfügbaren Quellen klären nicht die Kosten für die notarielle Erstellung eines Ehevertrags in Deutschland oder die üblichen Fristen für das Versorgungsausgleichsverfahren. Der Anteil der verheirateten Paare mit einem solchen Vertrag wird ebenfalls nicht erwähnt.
Die Zugewinngemeinschaft ist der gesetzliche Standardgüterstand in Deutschland. Das Vermögen bleibt während der Ehe getrennt, aber bei der Auflösung hat jeder Ehepartner Anspruch auf die Hälfte der Nettovermögenswertzunahme des anderen. Schenkungen und Erbschaften sind ausgeschlossen.
Der Versorgungsausgleich ist der Mechanismus des automatischen Ausgleichs der Rentenanwartschaften, die jeder Ehepartner während der Ehedauer erworben hat. Er findet bei der Scheidung unabhängig von der Verteilung anderer Vermögenswerte statt.
Das Gericht setzt null Euro als Anfangsvermögen am Hochzeitstag an. Der Betrag, den der wohlhabenere Ehepartner dem anderen zahlen muss, erhöht sich dadurch mechanisch.
Nein. Eine Klausel, die einen Ehepartner völlig seiner Rechte beraubt — besonders der Altersvorsorge — ohne Entschädigung, kann für sittenwidrig befunden und von einem deutschen Gericht annulliert werden.
Nein. Solange Ehepartner gemeinsame Kredite und gegenseitige Bürgschaften vermeiden, bleibt jeder für seine eigenen Schulden verantwortlich. Die Schulden des Partners beeinflussen jedoch die Berechnung des Zugewinnausgleichs bei Scheidung.