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Herz — Desk Wirtschaft · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 3 Min.
Muskelsucht – auch als Muskeladdiktion oder Adonis-Komplex bekannt – ist eine ernsthafte psychische Störung, die hauptsächlich Männer betrifft. Betroffene nehmen sich als zu dünn wahr, obwohl sie eine beachtliche Muskulatur haben, und trainieren aus Zwang heraus statt aus Vergnügen. Die Störung kann zu Jobverlust, Beziehungsproblemen und Risiken durch Steroidgebrauch führen. Sie betrifft zunehmend junge Menschen unter dem Einfluss sozialer Medien. Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie (KVT), ist das Hauptbehandlungsinstrument.
Muskelsucht – auch Muskeladdiktion oder Adonis-Komplex genannt – ist eine ernsthafte psychische Störung, die hauptsächlich Männer betrifft. Diese Störung ist durch eine stark verzerrte Körperwahrnehmung gekennzeichnet: Betroffene sehen sich als zu dünn, obwohl sie eine sehr entwickelte Muskulatur haben.
Roberto Olivardia, klinischer Psychologe am McLean Hospital und Dozent an der Harvard Medical School, beschrieb diese Störung in Folge 388 des Podcasts «Speaking of Psychology» der American Psychological Association (APA). Nach Olivardia nehmen diese Personen sich nicht so wahr, wie andere sie sehen.
Menschen mit Muskelsucht gehen aus innerem Zwang ins Fitnessstudio, nicht aus Vergnügen. Olivardia betont, dass viele von ihnen das Training verabscheuen. Wenn sie nicht trainieren können, können schwere psychische Krisen ausgelöst werden.
Typische zwanghafte Verhaltensweisen sind exzessives Training, ständiges Spiegelchecken, wiederholte Körpermessungen, regelmäßiges Wiegen und Körperfettmessungen. Der Rückgriff auf anabole Steroide oder zweifelhafte Nahrungsergänzungsmittel stellt ein zusätzliches Risiko dar.
Die Störung hat konkrete Auswirkungen auf Berufs- und Privatleben: Verspätungen oder frühes Ausscheiden aus der Arbeit aufgrund von exzessivem Training können zu Jobverlust führen, und romantische Beziehungen leiden oft unter der Störung.
Muskelsucht betrifft zunehmend junge Männer und Jugendliche. Soziale Medien und die dort verbreiteten Körperbilder spielen eine wichtige Rolle bei dieser Entwicklung.
Olivardia rät Eltern, die Konten zu kennen, denen ihr Kind folgt, und offene Dialoge statt direktes Verbot problematischer Influencer zu bevorzugen. Warnsignale sind häufig negative Kommentare zum eigenen Körper des Jugendlichen, sehr restriktive Ernährung, sozialer Rückzug und die Einnahme zahlreicher Nahrungsergänzungsmittel. Ihre Häufung und Intensität, nicht jedes Zeichen einzeln, sind die entscheidenden Signale.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BÖG) betont, dass diese Störung nicht als einfaches Fitness-Hobby verharmlost werden darf: Wenn Trainings- und Ernährungsverhalten andauern und das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen, ist professionelle Unterstützung notwendig.
Psychotherapie ist die Hauptbehandlung. Sie umfasst Psychoedukation, kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Falls erforderlich, kann sie durch ernährungswissenschaftliche Betreuung, Medikamente bei Depressionen oder Angststörungen sowie Paartherapie oder Familientherapie ergänzt werden.
Die verfügbaren Quellen liefern keine Zahlen zur Verbreitung von Muskelsucht in der Allgemeinbevölkerung, noch vergleichende Daten zwischen Ländern oder Regionen. Die genaue Epidemiologie der Störung – Anzahl der betroffenen Personen, quantifizierte Risikofaktoren – bleibt in den konsultierten Quellen undokumentiert. Für Deutschland liegen keine spezifischen Daten vor.
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Ja. Es ist eine ernsthafte psychische Störung, die sich von gewöhnlichem übermäßigem Sport unterscheidet. Sie ist durch verzerrte Körperwahrnehmung und persistente zwanghafte Verhaltensweisen gekennzeichnet, die den Alltag beeinträchtigen.
Muskelsucht betrifft hauptsächlich Männer. Sie betrifft zunehmend junge Menschen und Jugendliche, besonders unter dem Einfluss von Körperbildern in sozialen Medien.
Häufig negative Kommentare zum eigenen Körper, sehr restriktive Ernährung, sozialer Rückzug und die Einnahme zahlreicher Nahrungsergänzungsmittel. Die Häufung und Intensität dieser Zeichen, nicht jedes Zeichen einzeln, sind die entscheidenden Indikatoren.
Wenn Trainings- oder Ernährungsverhalten andauern und das tägliche Leben – Beruf, soziale oder romantische Beziehungen – erheblich beeinträchtigen. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BÖG) empfiehlt in diesem Fall professionelle Unterstützung.
Psychotherapie ist die Hauptbehandlung, besonders kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Ernährungswissenschaftliche Betreuung, Medikamente oder Paartherapie bzw. Familientherapie können falls nötig zusätzlich helfen.
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