
…
…
Wirtschaft
Herz — Desk Wirtschaft · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 3 Min.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat Ende Juni 2026 ein Kölner Gericht eingeschalten, nachdem Lufthansa ein Abkommen kündigte, das Gewerkschaftsfunktionäre mit Stundenausgleich von ihren Aufgaben freistellen sollte. Dieser Rechtsstreit ist Teil eines anhaltenden Arbeitskonflikts um die Zusatzversorgung der Piloten, der bereits zu Streiks im ersten Quartal und im April 2026 führte und der Airline nach eigenen Angaben etwa 200 Millionen Euro Verluste bescherte. Der Personalvorstand Michael Niggemann behauptet, dass die Altersversorgung der Piloten europaweit bereits am höchsten Niveau steht.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat Ende Juni 2026 das Amtsgericht Köln gegen die Geschäftsleitung der Lufthansa angerufen. Laut Handelsblatt ist der Grund die Kündigung eines Abkommens durch die Airline, das Vertretern der VC mit entsprechendem Stundenausgleich die Freistellung für ihre gewerkschaftliche Tätigkeit ermöglichte.
Der eigentliche Konflikt dreht sich um die Arbeitgeberbeiträge zur Zusatzversorgung der Piloten. Die VC fordert eine Erhöhung; die Geschäftsleitung argumentiert mit der schlechten wirtschaftlichen Lage der Premium-Marke.
Michael Niggemann, Personalvorstand der Lufthansa, erklärte in einem internen Interview, dass die Zusatzversorgung der Piloten bereits auf absolutem Höchststand ist, verglichen mit europäischen Konkurrenten.
Die Zusatzversorgung der Piloten steht bereits auf absolutem Höchststand, auch im Vergleich zu europäischen Konkurrenten
— Michael Niggemann, Personalvorstand der Lufthansa
Die Streiks des ersten Quartals und des April 2026 verursachten laut Airline Verluste von etwa 200 Millionen Euro. Lufthansa Airlines und Lufthansa Cargo beschäftigen zusammen etwa 4.500 Piloten.
Bei Lufthansa Airlines, der Hauptmarke des Konzerns, beginnt ein Erster Offizier mit einem Jahresfestgehalt von 88.600 Euro im Jahr 2026. Ein Kapitän auf höchster Senioritätsstufe kann bis zu 281.300 Euro Jahresfestgehalt erhalten, ohne Bonifikationen.
Das Fachportal Pilotjobnetworks schätzt, dass ein Kapitän der Lufthansa Airlines mit allen Bonifikationen nach 30 Berufsjahren über 300.000 Euro pro Jahr verdienen kann.
Bei Eurowings, der Tochtergesellschaft, die nur Kurz- und Mittelstreckenflüge betreibt, sind die Festgehälter deutlich niedriger. Ein Erster Offizier beginnt hier mit etwa 70.200 Euro pro Jahr, rund 20.000 Euro weniger als bei Lufthansa Airlines. Ein Kapitän verdient maximal etwa 202.300 Euro Festgehalt, etwa 80.000 Euro weniger als beim Mutterkonzern.
Noch keine Kommentare. Seien Sie die/der Erste.
Um Pilot bei Lufthansa zu werden, durchlaufen Kandidaten die European Flight Academy (EFA), ein Ausbildungszentrum mit Gesamtkosten von etwa 120.000 Euro. Unter den neuen Finanzierungsbedingungen des Konzerns bringen Kandidaten nur noch 10.000 Euro Eigenkapital auf.
Der Restbetrag wird vom Konzern vorfinanziert und ist rückzahlbar, sobald das jährliche Bruttogehalt des Piloten mindestens 30.000 Euro erreicht.
Der Ausgang des Verfahrens vor dem Kölner Gericht ist nicht bekannt. Weder ein Gerichtstermin noch ein Ergebnis wurden nach verfügbaren Informationen mitgeteilt. Eine Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen zwischen Lufthansa und der VC wurde nicht bestätigt.
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) fordert eine Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge zur Zusatzversorgung der Piloten. Das Management lehnt ab und argumentiert, dass das aktuelle Niveau bereits das höchste unter europäischen Konkurrenten ist.
Laut Airline verursachten die Streiks des ersten Quartals und des April 2026 Verluste von etwa 200 Millionen Euro.
Ein Erster Offizier beginnt mit 88.600 Euro Festgehalt pro Jahr. Ein leitender Kapitän kann bis zu 281.300 Euro Jahresfestgehalt verdienen, ohne Bonifikationen. Mit allen Bonifikationen kann ein Kapitän nach 30 Berufsjahren laut Pilotjobnetworks über 300.000 Euro pro Jahr verdienen.
Die Ausbildung bei der European Flight Academy kostet etwa 120.000 Euro insgesamt. Kandidaten bringen nur 10.000 Euro Eigenkapital im Rahmen der Konzernfinanzierung auf, der Rest wird progressiv ab einem Bruttojahreslohn von 30.000 Euro rückzahlbar.
Die Eurowings-Festgehälter sind niedriger: etwa 70.200 Euro für einen anfänglichen Ersten Offizier (gegenüber 88.600 Euro bei Lufthansa Airlines) und maximal etwa 202.300 Euro für einen Kapitän (gegenüber 281.300 Euro beim Mutterkonzern).
Wirtschaft
Ausland