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Wirtschaft
Herz — Desk Wirtschaft · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 3 Min.
Deutsche Rüstungsunternehmen stellen Führungskräfte ein, während die Industrie monatlich rund 15.000 Arbeitsplätze verliert, berichtet das Handelsblatt. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Führungskräfte ist binnen eines Jahres branchenübergreifend um 14 Prozent gestiegen. Hensoldt plant in diesem Jahr 1.600 neue Stellen, darunter etwa 60 Führungspositionen. Rheinmetall will weltweit mehr als 5.000 Beschäftigte einstellen. Gefragt sind insbesondere Kenntnisse in IT, Projektmanagement, Ingenieurwesen, Einkauf, Vertrieb und Geschäftsentwicklung. Der Fachkräftemangel eröffnet auch Bewerberinnen und Bewerbern aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie Möglichkeiten.
Die deutsche Industrie verliert derzeit rund 15.000 Arbeitsplätze pro Monat. Gleichzeitig sind in Deutschland knapp drei Millionen Menschen arbeitslos.
Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Führungskräfte ist binnen eines Jahres branchenübergreifend um 14 Prozent gestiegen.
Grundlage sind Daten der Bundesagentur für Arbeit, der zentralen deutschen Behörde für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, die für das Handelsblatt ausgewertet wurden.
In diesem Umfeld stellen deutsche Rüstungsunternehmen weiterhin ein. Anders als andere Industriezweige, die Personal abbauen, suchen sie Führungskräfte in mehreren Bereichen.
Der europäische Rüstungskonzern KNDS hat im vergangenen Jahr knapp 100 Führungskräfte eingestellt. Der deutsch-französische Hersteller gepanzerter Fahrzeuge plant für die kommenden Jahre etwas mehr als 100 weitere Einstellungen.
Hensoldt, ein deutscher Spezialist für Radar- und militärische Elektronik, will in diesem Jahr 1.600 Stellen schaffen. Etwa 60 davon entfallen auf Führungspositionen.
Rheinmetall will in diesem Jahr weltweit mehr als 5.000 Beschäftigte einstellen. Führungspositionen weist das Unternehmen dabei nicht gesondert aus.
Bei Rheinmetall haben Bewerberinnen und Bewerber für Führungspositionen laut einem Unternehmenssprecher vor allem mit Kenntnissen in IT, Projektmanagement, Ingenieurwesen oder Einkauf gute Chancen.
Aktuelle Suchaufträge in der Rüstungsindustrie betreffen nach Angaben der Personalberaterin Eva Brückner vor allem Vertrieb und Geschäftsentwicklung.
Diese Stellen sollen dazu beitragen, Aufträge aus milliardenschweren Programmen der Bundesregierung und der Europäischen Union zu gewinnen und anschließend neue Geschäftsfelder aufzubauen.
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Viele Hersteller wechseln zudem von einer manufakturähnlichen Fertigung zur Serienproduktion. Dadurch steigt der Bedarf an Programmverantwortlichen.
Gesucht werden außerdem transformationserfahrene Personen, die technisches und kaufmännisches Wissen mit Kompetenz im Umgang mit verschiedenen Interessengruppen verbinden.
Der Fachkräftemangel öffnet Führungspositionen in der Rüstungsindustrie auch für Bewerberinnen und Bewerber aus anderen Branchen. Hensoldt nennt insbesondere die Automobil- und Luftfahrtindustrie.
Thyssenkrupp Marine Systems, ein deutsches Schiffbauunternehmen, sucht vor allem Personen mit Interesse an maritimen Technologien.
Nach Einschätzung eines Unternehmenssprechers bringen Bewerberinnen und Bewerber ohne klassischen Rüstungshintergrund neue Perspektiven, branchenübergreifende Erfahrungen und eine hohe Lernfähigkeit mit.
Eva Brückner zufolge ist die Zahl der Aufträge, die sie und ihre Kolleginnen und Kollegen zur Besetzung hochrangiger Stellen erhielten, seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 um rund zwei Drittel gestiegen.
In diesem Jahr nahm die Zahl der Aufträge erneut zu; eine konkrete Steigerungsrate liegt nicht vor.
Die von Eva Brückner angeführten Prognosen gehen davon aus, dass die Rüstungsindustrie bis 2035 weiter stark wächst.
Diese Aussicht veranlasst etablierte Hersteller, Start-ups und Unternehmen aus anderen Branchen, neue Geschäftsmodelle und Absatzmöglichkeiten zu prüfen.
Der erneute Anstieg der Suchaufträge in diesem Jahr ist nicht beziffert. Rheinmetall macht zudem keine Angaben dazu, wie viele der weltweit geplanten Einstellungen Führungspositionen betreffen.
Die Schätzung von monatlich rund 15.000 verlorenen Industriearbeitsplätzen wird dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zugeschrieben; eine verifizierte Definition des Instituts liegt hier nicht vor.
Die Zahl liegt bei knapp drei Millionen Menschen.
Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Führungskräfte ist binnen eines Jahres branchenübergreifend um 14 Prozent gestiegen.
KNDS, Hensoldt und Rheinmetall haben Einstellungen vorgenommen oder angekündigt, jeweils mit unterschiedlichen Umfängen und Zeitplänen.
Das Unternehmen nennt IT, Projektmanagement, Ingenieurwesen und Einkauf.
Ja. Der Fachkräftemangel eröffnet auch Profilen aus anderen Branchen Chancen, insbesondere aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie.