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Herz — Desk International · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 3 Min.
Eine rückwirkende Klausel im rumänischen Integritätsgesetz könnte das Mandat des Bürgermeisters von Timișoara, Dominic Fritz, beenden. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung wurde sie von Nationalisten und postkommunistischen Sozialdemokraten unterstützt. Von dem Gesetz hängt unmittelbar eine EU-Tranche über 770 Millionen Euro ab. Insgesamt muss Rumänien bis Ende August sechs Gesetze verabschieden oder reformieren, um noch ausstehende EU-Mittel von mehr als 5 Milliarden Euro zu erhalten. Christdemokratische und liberale Abgeordnete auf europäischer Ebene fordern bereits, Hunderte Millionen Euro für Bukarest zu sperren.
Eine informelle Koalition versucht laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung, Dominic Fritz mit Unterstützung von Akteuren der rumänischen Justiz aus dem politischen Leben des Landes zu drängen. Ihr gehören Nationalisten und postkommunistische Sozialdemokraten an.
Die rechtspopulistische und konservative Allianz für die Vereinigung der Rumänen (AUR), die gewöhnlich als rechtsextrem eingeordnet wird, unterstützte gemeinsam mit den Sozialdemokraten eine rückwirkende Klausel. Sie steht im jüngsten Entwurf des rumänischen Integritätsgesetzes.
Wird der Entwurf vom rumänischen Parlament verabschiedet, könnte die Bestimmung Dominic Fritz’ Mandat als Bürgermeister von Timișoara beenden.
Das Integritätsgesetz gehört zu sechs Gesetzen, die Rumänien gemäß einer Vereinbarung mit der Europäischen Union bis Ende August verabschieden oder reformieren muss. Davon hängen noch ausstehende EU-Mittel von insgesamt mehr als 5 Milliarden Euro ab.
Eine Tranche über 770 Millionen Euro ist unmittelbar an die Verabschiedung des Integritätsgesetzes gebunden.
Christdemokratische und liberale Abgeordnete auf europäischer Ebene fordern, Hunderte Millionen Euro für Bukarest zu sperren.
Die finanzielle Auseinandersetzung betrifft das EU-Land mit dem höchsten Haushaltsdefizit.
In seinen ersten Tagen als Bürgermeister im Jahr 2020 unterzeichnete Dominic Fritz einen kommunalen Bebauungsplan für ein Wohnviertel. Der frühere Stadtrat hatte ihn bereits genehmigt, sein Amtsvorgänger hatte ihn unterzeichnet.
Fritz’ Unterschrift hatte daher keine rechtliche Wirkung. Ein Architekt, der zuvor an dem Plan beteiligt gewesen war, hatte ihm jedoch 25.000 Lei für den Wahlkampf geliehen.
Der Betrag entsprach damals etwas mehr als 5.000 Euro. Das Darlehen war ordnungsgemäß verbucht und anschließend über die staatliche Erstattung von Wahlkampfkosten nach rumänischem Recht zurückgezahlt worden.
Die rumänische Nationale Integritätsagentur (ANI) wertete den Vorgang dennoch als Interessenkonflikt. Sie kürzte Fritz’ Gehalt um 10 Prozent und verhängte ein dreijähriges Verbot, ein öffentliches Amt auszuüben.
Der Fall könnte außerdem zu Dominic Fritz’ Suspendierung führen.
Die Illustrationen dieses Artikels wurden von künstlicher Intelligenz erstellt.
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Seit 2007 müssen Politiker und hohe Beamte in Rumänien jährlich ihre Einkünfte offenlegen. Die Transparenzpflicht gilt auch für ihre Ehepartner und minderjährigen Kinder.
Die ANI prüft diese Erklärungen und kann Ermittlungen veranlassen, wenn sich Vermögen nicht durch reguläre Einkünfte erklären lässt. Ihre Integritätsinspektoren können strenge Sanktionen verhängen.
Die ANI und die Nationale Antikorruptionsdirektion (DNA) wurden beim EU-Beitritt Rumäniens 2007 unter dem Druck der Europäischen Kommission zur Korruptionsbekämpfung geschaffen.
Dominic Fritz wurde 1983 im baden-württembergischen Lörrach geboren und wuchs im Schwarzwald auf. Er arbeitete als Büroleiter des früheren deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler, wanderte danach nach Rumänien aus und lernte fließend Rumänisch.
2020 gewann er erstmals die Bürgermeisterwahl in Timișoara und wurde vier Jahre später wiedergewählt. Die Stadt hat rund 250.000 Einwohner und ist die fünftgrößte Rumäniens.
Seit 2025 führt Fritz die 2016 gegründete liberale Partei Union Rettet Rumänien (USR). Als viertstärkste Kraft im rumänischen Parlament tritt sie für eine enge EU-Integration und eine strikte Korruptionsbekämpfung ein.
Eine rückwirkende Klausel im Entwurf des Integritätsgesetzes könnte sein Mandat beenden, falls das rumänische Parlament den Text verabschiedet.
Eine Tranche aus EU-Mitteln über 770 Millionen Euro ist direkt an das Integritätsgesetz gebunden.
Rumänien muss bis Ende August sechs Gesetze verabschieden oder reformieren, um die noch ausstehenden EU-Mittel zu erhalten.
Die Integritätsagentur kürzte sein Gehalt um 10 Prozent und untersagte ihm für drei Jahre die Ausübung eines öffentlichen Amtes.