
…
…
Ausland
Herz — Desk International · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 4 Min.
Am 15. Juli 2026 kündigte Daniel Funke, Ehemann des CDU-Abgeordneten Jens Spahn, an, dass das Paar durch eine amerikanische Leihmutter Eltern geworden ist. Diese Praxis ist in Deutschland verboten und wurde vom CDU-Parteitag im Februar 2026 abgelehnt. Die Ankündigung löste eine schwere innerparteiliche Krise aus: Zwei Funktionäre forderten Spahns Rücktritt vom Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Bundeskanzler Friedrich Merz bestätigte am 17. Juli, dass das Leihmutter-Verbot unverändert bleibt. Spahn erklärte, dass die Unionsfraktion über seine Zukunft im September 2026 entscheiden solle.
Am 15. Juli 2026 kündigte Daniel Funke, Ehemann des CDU-Abgeordneten Jens Spahn, an, dass das Paar durch eine Leihmutter in den USA Eltern geworden ist, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Leihmutterschaft (auch Leihmutterschaft genannt) — eine Praxis, bei der eine Frau ein Kind für ein anderes Paar austrägt und es ihnen nach der Geburt übergibt — ist in Deutschland verboten. Im Februar 2026 hatte der Bundesparteitag der CDU dieses Verbot in einem offiziellen Parteitagsbeschluss bekräftigt, eine Entscheidung, die die Parteimitglieder moralisch bindet.
Spahn selbst hatte sich stets gegen die Legalisierung von Leihmutterschaft ausgesprochen und steht damit in direktem Widerspruch zur offiziellen Position der Partei, deren Fraktionsvorsitz er innehat.
Am 17. Juli 2026 erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz nach dem Deutsch-Französischen Ministerrats in Brühl, dass das Leihmutter-Verbot unverändert bleiben werde. Er kündigte an, dass das Präsidium der CDU — das engere Führungsgremium der Partei, bestehend aus Parteivorsitzendem, Vizevorsitzenden und Generalsekretär — die Angelegenheit in der folgenden Woche bei seiner Sitzung in Berlin erörtern werde.
Am 17. Juli 2026 forderten zwei regionale Funktionäre Spahns Rücktritt vom Vorsitz der Unionsfraktion — des gemeinsamen Fraktionsverbands von CDU und CSU (Christlich-Soziale Union in Bayern) im Bundestag, eine der einflussreichsten Positionen des Parlamentes —, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.
Er hat das geltende deutsche Recht bewusst umgangen und maßt sich an, privat anders zu handeln, als er als CDU-Abgeordneter abstimmt.
— Daniel Peters, Vorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommern, in der Bild am 17. Juli 2026
Marion Rosin, Vorsitzende der Frauen Union Thüringen — der Organisation der Frauen in CDU und CSU — forderte ebenfalls Spahns Rücktritt. Die Bundesfrauen Union bekräftigte durch eine Sprecherin ihre Ablehnung von Leihmutterschaft.
Mitglieder der Unionsfraktion berichten von Dutzenden Anrufen aus der Basis, die von einem « enormen Glaubwürdigkeitsproblem » und « Doppelmoral » sprechen. In mindestens einer internen Diskussionsgruppe mit mehreren Dutzend Mitgliedern war ein Rücktrittsappell formuliert und verbreitet worden, fand aber zunächst keine breite Unterstützung.
Frauen dürfen weder für Sex gekauft noch als Gebärmaschinen benutzt werden.
— Mechthild Heil, Vorsitzende der Frauengruppe der Unionsfraktion (über 40 Mitglieder)
Noch keine Kommentare. Seien Sie die/der Erste.
Stefan Evers, CDU-Spitzenkandidat für Berlin und ebenfalls mit einem Mann verheiratet, erklärte am 16. Juli 2026 bei der « Queere Wahlarena » in Berlin-Kreuzberg, dass Leihmutterschaft « persönlich nicht der richtige Weg » für ihn wäre, anerkannte aber die ethische Spannung des Themas.
Nichts ist wichtiger als meine Familie.
— Jens Spahn, in der Bild und dem Podcast « Ronzheimer »
Spahn erklärte, dass er « lange hin- und hergerissen » war, bevor er mit seinem Mann die Entscheidung traf. Er sagte, dass er seine Familie schützen möchte, und kündigte an, die Unionsfraktion im September 2026 bei Wiederaufnahme der Sitzungen über seine Zukunft als Fraktionsvorsitzender entscheiden zu lassen.
Spahn war im Mai 2026 mit sehr gutem Ergebnis für ein dreijähriges Mandat zum Vorsitzenden der Unionsfraktion gewählt worden und hielt eine der einflussreichsten Positionen in der CDU/CSU-Fraktion inne. Genau diesen Posten fordern nun mehrere Parteimitglieder, dass er aufgibt.
Spahns Zukunft als Vorsitzender der Unionsfraktion wird durch die CDU/CSU-Fraktion im September 2026 bei Wiederaufnahme der Sitzungen entschieden. Der Druck durch Daniel Peters muss auch in einem Wahlkontext gesehen werden: die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern sind auf den 20. September 2026 angesetzt.
Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU bekräftigte dieses Verbot auf ihrem Bundesparteitag im Februar 2026, und Spahn selbst hatte sich stets gegen seine Legalisierung ausgesprochen. Dies schafft einen direkten Widerspruch zwischen seiner persönlichen Entscheidung und den offiziellen Positionen der Partei, deren Fraktionsvorsitz er innehat.
Die Unionsfraktion ist der gemeinsame Fraktionsverband der CDU- und CSU-Abgeordneten im Bundestag. Obwohl CDU und CSU rechtlich zwei unterschiedliche Parteien sind, bilden sie seit 1949 eine einzige Fraktion im Bundestag. Der Vorsitzende der Unionsfraktion ist eine der einflussreichsten Positionen im deutschen Parlament.
Spahn riskiert, seinen Posten als Vorsitzender der Unionsfraktion zu verlieren, für den er im Mai 2026 für ein dreijähriges Mandat wiedergewählt worden war. Er erklärte, die CDU/CSU-Fraktion im September 2026 bei Wiederaufnahme der Sitzungen über seine Zukunft entscheiden zu lassen.
Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern sind für den 20. September 2026 angesetzt. Daniel Peters, Vorsitzender der CDU in diesem Bundesland und einer der ersten, der Spahns Rücktritt forderte, hatte daher zusätzliche wahlpolitische Gründe, öffentlich Stellung zu nehmen.
Ausland
Wirtschaft