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Ausland
Herz — Desk International · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 3 Min.
KI-gestützte intelligente Brillen ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, alltägliche Aufgaben eigenständig zu bewältigen – ohne Smartphone und für etwa ein Zehntel des Preises herkömmlicher Sehhilfen. In Australien berichten Nutzer von bedeutenden Fortschritten bei ihrer Unabhängigkeit. Allerdings können diese Brillen Aufnahmen machen, ohne dass die betroffenen Personen es bemerken: Online zirkulieren Methoden, um das LED-Indikator zu umgehen. Australische Forscher und Juristinnen weisen auf dieses Überwachungsrisiko hin und fordern eine Stärkung des bestehenden Rechtsrahmens.
Intelligente Brillen mit KI-Unterstützung ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Objekte zu identifizieren, Post zu sortieren und alltägliche Aufgaben eigenständig durchzuführen – ohne Smartphone, wie der australische Rundfunk ABC News berichtet. Der Preis liegt bei etwa 500 australischen Dollar (AUD), was etwa einem Zehntel der Kosten für herkömmliche Sehhilfen entspricht, die mit etwa 5 000 AUD veranschlagt werden. Die Brillen bieten auch zusätzliche Funktionen: Dokumentenlesen, Musikwiedergabe und Telefonieren.
Sam Taylor, Leiter der Barrierefreiheitstechnologien bei Vision Australia in Brisbane, nutzt diese Brillen täglich. Er hebt ihre natürliche Benutzerfreundlichkeit hervor und betont die hohe Akzeptanzrate in der Gemeinschaft der Sehbehinderten.
Sam Noonan, eine von Geburt an blinde Folkmusikerin aus Wollongong, kaufte die Brille sofort nach einer Demonstration auf einer Vision-Australia-Ausstellung. Sie nutzt sie zum Aufzeichnen und Hochladen ihrer Musik, zur Neuorganisation ihrer Garderobe und zum Beschreiben von Kinderzeichnungen durch ihre Enkel.
Die Brillen integrieren sich auch mit Be My Eyes – eine dänische mobile Anwendung, die sehbehinderte Menschen mit sehenden Freiwilligen über Live-Videochat verbindet. Diese Freiwilligen sehen das, was die Kamera der Brille sieht, und können den Nutzer bei alltäglichen Aufgaben unterstützen, auch während der Fortbewegung.
Diese Brillen werfen auch Bedenken auf. Meta Glasses verfügen über eine LED-Anzeige, die sich bei der Aufnahme einschaltet. Allerdings zirkulieren Online-Methoden, um dieses Signal zu umgehen, was Heimaufnahmen von Personen ohne deren Wissen ermöglicht.
Die Technologieforscherin Milica Stilinovic von der Universität Sydney identifiziert ein weiteres Risiko. Männer nutzen diese Brillen, um Frauen auf der Straße heimlich zu filmen, und veröffentlichen die Videos dann online.
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Professorin Barbara McDonald, Juristin an der Universität Sydney, erklärt, dass das Aufzeichnen eines privaten Gesprächs mit diesen Brillen und dessen Veröffentlichung gegen das NSW Surveillance Devices Act verstößt. Die Online-Verbreitung kann auch gegen den Federal Crimes Act verstoßen oder gegen die Telekommunikationsgesetze, wenn sie darauf abzielt, zu belästigen oder einzuschüchtern.
Das australische Parlament führte im vergangenen Jahr einen Zivildelikt ein, der es ermöglicht, gegen schwerwiegende Verletzungen der Privatsphäre vor Gericht vorzugehen. In der Praxis bleiben die Verfolgungen schwierig: Die Identifizierung des Täters, die Bestimmung der zuständigen Gerichtsbarkeit und die Übernahme der Kosten stellen Hindernisse dar.
Professorin McDonald fordert, dass Gerichte Geldentschädigungen für Opfer von Datenschutzverletzungen anordnen können. Ziel ist, dass die Verantwortung nicht nur auf das Strafrecht, sondern auch auf das Zivilrecht gestützt wird.
Das genaue Datum der Einführung des Zivildelikts für Privatsphäreverletzungen wird in den konsultierten Quellen nicht präzisiert; sie erwähnen nur "im vergangenen Jahr".
Etwa 500 australische Dollar (AUD), was etwa einem Zehntel der Kosten herkömmlicher Sehhilfen entspricht, die auf etwa 5 000 AUD geschätzt werden.
Be My Eyes ist eine dänische mobile Anwendung, die sehbehinderte Menschen mit sehenden Freiwilligen über Live-Videochat verbindet. Über die Brille sehen die Freiwilligen das, was der Nutzer sieht, und können ihn in Echtzeit bei alltäglichen Aufgaben unterstützen.
Nein. Das Aufzeichnen eines privaten Gesprächs und dessen Veröffentlichung verstoßen gegen das NSW Surveillance Devices Act. Die Online-Verbreitung kann auch gegen den Federal Crimes Act oder die Telekommunikationsgesetze verstoßen, wenn sie der Belästigung oder Einschüchterung dient.
Ein im vergangenen Jahr eingeführter Zivildelikt macht dies prinzipiell möglich. In der Praxis bleiben Verfolgungen jedoch schwierig: Die Identifizierung des Täters, die Bestimmung der zuständigen Gerichtsbarkeit und die Prozesskosten sind erhebliche Hürden.