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Herz — Desk International · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 3 Min.
Der Goldpreis ist seit seinem Höchststand um fast 28 Prozent gefallen und notierte am 30. Juli 2026 bei rund 4.000 US-Dollar je Feinunze. Dennoch stieg die weltweite Nachfrage im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf 2.522 Tonnen. Im zweiten Quartal sank die Investmentnachfrage deutlich, während die Zentralbanken ihre Käufe wieder ausweiteten. Nach Einschätzung mehrerer Analysten reichen die offiziellen Käufe allein jedoch nicht aus, um den Goldpreis dauerhaft über 4.000 US-Dollar zu halten. Dafür wäre auch eine Rückkehr der Investoren erforderlich.
Der Goldpreis hat seit seinem Höchststand fast 28 Prozent verloren. Am 30. Juli 2026 lag er laut Handelsblatt bei rund 4.000 US-Dollar je Feinunze und damit unter dem Stand zu Jahresbeginn.
Die weltweite Goldnachfrage erreichte im ersten Halbjahr 2026 dennoch 2.522 Tonnen. Nach vorab vom Handelsblatt veröffentlichten Daten des World Gold Council waren das 2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025.
Das gesamte Wachstum entfiel auf die ersten drei Monate des Jahres. Im zweiten Quartal blieb die Nachfrage mit 1.269 Tonnen gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Im Investmentsegment sank die Goldnachfrage im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 46 Prozent. John Reade, Chefstratege des World Gold Council, führt dies auf eine Normalisierung nach der ungewöhnlich hohen Nachfrage im vierten Quartal 2025 und im ersten Quartal 2026 zurück.
Goldgedeckte börsengehandelte Fonds, sogenannte Gold-ETFs, verzeichneten Nettoabflüsse im Gegenwert von 45 Tonnen. Solche Fonds können den Goldpreis abbilden, ohne Anlegern direktes Eigentum am physischen Metall zu verschaffen. Die Abflüsse gingen mit dem Rückzug institutioneller Investoren einher.
Die weltweite Nachfrage privater Käufer nach Barren und Münzen ging im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent zurück. Über das gesamte erste Halbjahr lag sie jedoch 21 Prozent über dem Vorjahresniveau.
In Deutschland fiel die Nachfrage nach Barren und Münzen im zweiten Quartal um 22 Prozent. Die vorübergehenden Engpässe bei Edelmetallhändlern während des Preisanstiegs zu Jahresbeginn hatten sich inzwischen aufgelöst.
Die Zentralbanken kauften im ersten Halbjahr 346 Tonnen Gold und damit weniger als ein Jahr zuvor. Ausschlaggebend waren vor allem die Verkäufe der Türkei und Aserbaidschans im ersten Quartal.
Im zweiten Quartal kehrte sich die Entwicklung um: Die Käufe erreichten 289 Tonnen und lagen damit 62 Prozent über dem Vorjahreswert. Polen und China waren die aktivsten Käufer.
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Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 kaufen die Zentralbanken der Schwellenländer jährlich mehr als doppelt so viel Gold wie zuvor. Damit wollen sie unter anderem ihre Anfälligkeit für mögliche US-Sanktionen begrenzen.
Laut einer Umfrage des World Gold Council wollen 45 Prozent der befragten Zentralbanken ihre Goldreserven erhöhen. Reade zufolge ist es üblich, dass Zentralbanken ihre Käufe zu Beginn von Krisen oder bei starken Marktturbulenzen zunächst aussetzen. Die Preiskorrektur erhöhe nun wieder ihre Kaufbereitschaft.
Die UBS-Analysten Dominic Schnider und Giovanni Staunovo gehen davon aus, dass die Käufe der Zentralbanken allein den Goldpreis nicht dauerhaft antreiben können.
Nach ihrer Schätzung wäre eine anhaltende Investmentnachfrage von rund 500 Tonnen pro Quartal nötig, um den Preis über 4.000 US-Dollar je Feinunze zu halten.
Auch Reade hält eine Rückkehr der Investoren, insbesondere aus westlichen Ländern, für erforderlich. Ihre Nachfrage war der wichtigste Treiber des Preisanstiegs im Jahr 2025 und zu Beginn des Jahres 2026.
Die physische Nachfrage macht nur einen kleinen Teil des Goldmarktes aus. An den Terminmärkten werden dagegen Volumina gehandelt, die einem Mehrfachen der weltweiten Jahresproduktion entsprechen.
Auf einem Terminmarkt verpflichten sich die Beteiligten zu einem Geschäft, das zu einem vorab festgelegten späteren Zeitpunkt ausgeführt wird. Die Händler verfolgen dennoch aufmerksam, wie sich Käufe und Verkäufe von physischem Gold entwickeln.