…
…
Ausland
Herz — Desk International · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 2 Min.
Eine seit den 1870er-Jahren verbreitete Börsengrafik stellt die Finanzmärkte als Abfolge wiederkehrender Zyklen dar und nennt 2026 als Jahr für den Verkauf von Vermögenswerten. Amateuranalysten schreiben ihr zu, den Crash von 1929, das Platzen der Internetblase und den Corona-Crash von 2020 vorhergesagt zu haben. Manche Finanzblogger behaupten eine Trefferquote von 90 Prozent. Andreas Hackethal vom Leibniz-Institut SAFE in Frankfurt widerspricht: Die Annahmen beruhten auf Planetenkonstellationen und Astrologie, nicht auf wirtschaftlichen Begründungen. Die scheinbaren Erfolge erklärt er mit Zufall und Auswahlverzerrung.
Die seit den 1870er-Jahren unter dem Titel „Periods When to Make Money“ verbreitete Grafik stellt die Finanzmärkte als Abfolge von Zyklen dar. Sie weist Zeiträume aus, die angeblich für den Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten günstig sind.
Für 2026 enthält die Grafik ausdrücklich die Empfehlung, Vermögenswerte zu verkaufen.
Amateuranalysten meinen, die Grafik habe den Börsencrash von 1929, das Platzen der Internetblase Anfang der 2000er-Jahre und den Corona-Crash von 2020 mit erstaunlicher Genauigkeit vorweggenommen.
Manche Finanzblogger schreiben der Grafik eine Trefferquote von 90 Prozent zu. Diese Behauptung trägt dazu bei, dass sie weiterhin in sozialen Netzwerken, auf YouTube und in Blogs verbreitet wird.
Andreas Hackethal, Professor am Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE in Frankfurt, erklärt dagegen, die Annahmen der Grafik beruhten auf Planetenkonstellationen und damit auf Astrologie. Eine wirtschaftliche Begründung gebe es nicht.
Die scheinbaren Erfolge führt Hackethal auf Zufall und eine Auswahlverzerrung zurück: Fehlerhafte Vorhersagen seien vergessen worden, während passende Übereinstimmungen im Gedächtnis geblieben seien. Frühere Treffer belegten daher nicht, dass künftige Prognosen gültig seien.
Hackethal erkennt an, dass sich Finanzmärkte zyklisch verhalten. Früher hätten etwa landwirtschaftliche oder industrielle Engpässe über Angebot und Nachfrage solche Bewegungen beeinflusst.
Heute würden Marktzyklen vor allem durch technologische Durchbrüche angetrieben. Diese weckten Erwartungen an höhere Produktivität und steigende Gewinne.
Hackethal zufolge handeln Privatanleger bei sonnigem und besonders heißem Wetter weniger. Diejenigen, die dennoch aktiv bleiben, entscheiden sich häufiger für sehr riskante Wertpapiere.
Scheidet eine Nationalmannschaft bei einer Fußball-Weltmeisterschaft aus, gehen die Börsenkurse auf ihrem Heimatmarkt laut Hackethal noch am selben Tag spürbar zurück.
Woher die Grafik genau stammt, ist nicht geklärt. Einige Darstellungen bringen sie mit den Prognosen des Schweinezüchters Samuel Bennet zu Schweine- und Maispreisen in Verbindung.
Andere schreiben sie George Tritch zu. Er soll sie bis 2059 verlängert und um eine astrologische Komponente ergänzt haben. Die verfügbaren Angaben reichen nicht aus, um zwischen den widersprüchlichen Darstellungen zu entscheiden.
Die Illustrationen dieses Artikels wurden von künstlicher Intelligenz erstellt.
Noch keine Kommentare. Seien Sie die/der Erste.