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Ausland
Herz — Desk International · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 4 Min.
Das französische Parlament hat am 21. Juli 2026 ein Gesetz verabschiedet, das soziale Netzwerke für Personen unter 15 Jahren verbietet und macht Frankreich zum ersten EU-Land mit einer solchen Regelung. Die Nationalversammlung stimmte mit 279 Ja-Stimmen gegen 81 Nein-Stimmen ab, der Senat mit 243 zu 2. Das Gesetz verbietet neue Registrierungen ab dem 1. September 2026, mit einer Übergangsfrist von vier Monaten für bestehende Konten bis zum 1. Januar 2027. Die Altersverifikation erfolgt über Personalausweis oder Pass durch France Identité und Docaposte. Ein Verfassungscheck könnte die Umsetzung verzögern. Die Europäische Kommission betrachtet dies als Pilotprojekt für die gesamte EU.
Am 21. Juli 2026 verabschiedete das französische Parlament — Nationalversammlung und Senat — ein Gesetz, das Personen unter 15 Jahren die Anmeldung auf sozialen Netzwerken verbietet. Frankreich wird damit zum ersten EU-Mitgliedstaat mit einer solchen Regelung, wie die Tageszeitung Die Zeit und die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichten.
Beide Kammern stimmten mit sehr großen Mehrheiten ab. Die Nationalversammlung billigte das Gesetz mit 279 Ja-Stimmen gegen 81 Nein-Stimmen. Der Senat verabschiedete es mit 243 Ja-Stimmen und nur 2 Nein-Stimmen.
Das Gesetz verbietet die Erstellung neuer Konten für unter 15-Jährige ab dem 1. September 2026. Bereits bestehende Konten profitieren von einer Übergangsfrist von vier Monaten ab dem 1. September 2026. Ihre vollständige Schließung ist für den 1. Januar 2027 festgesetzt.
Zur Altersverifikation sieht das Gesetz eine Überprüfung mittels Personalausweis oder Reisepass vor, die zwei designierten Betreibern anvertraut wird. Der erste ist France Identité — eine von der französischen Regierung entwickelte mobile Anwendung, die es ermöglicht, sich online auszuweisen und auf der Karte d'identité der neuesten Generation basiert. Der zweite ist Docaposte, eine 2007 gegründete digitale Tochtergesellschaft der Postgruppe La Poste, spezialisiert auf sichere Verwaltung von Dokumentenaustausch.
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Emmanuel Macron hat sich persönlich für diesen Text eingesetzt und verteidigt ihn als Hilfe für überforderte Eltern. Nach der Abstimmung schrieb er auf X, dass soziale Netzwerke für Kinder unter 15 Jahren zum Schuljahresbeginn verboten sind.
Die Opposition war nicht einig. Die Partei La France insoumise (LFI) — ein 2016 von Jean-Luc Mélenchon gegründeter radikal linker Flügel — stimmte gegen das Gesetz und berief sich auf die Beeinträchtigung der Anonymität im Internet. Die Sozialisten hingegen enthielten sich.
2023 hatte die französische Nationalversammlung bereits ein ähnliches Gesetz verabschiedet, das aber nie in Kraft treten konnte. Es verstieß gegen den Digital Services Act (DSA) — die Verordnung (EU) 2022/2065 über digitale Dienste, angenommen am 19. Oktober 2022 — die der EU eine vorrangige Zuständigkeit bei der Regulierung von Online-Plattformen einräumt.
Das Gesetz von 2026 wurde in Abstimmung mit der Europäischen Kommission ausgearbeitet, um diesen rechtlichen Konflikt zu vermeiden. Es unterscheidet sich auch von der australischen Gesetzgebung: Es führt weder eine schwarze Liste von Websites noch eine Altersschätzung durch künstliche Intelligenz ein.
Emmanuel Macron und der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Ghebreyesus, haben gemeinsam einen Gastkommentar verfasst, der die übermäßige digitale Nutzung bei Jugendlichen mit Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen, gesteigerter Aggression und in schweren Fällen mit Suizidgefährdung bei gefährdeten Jugendlichen verbindet.
Die Generaldirektion Connect der Europäischen Kommission unterstützt den französischen Ansatz und betrachtet das Gesetz als Pilotprojekt. Frankreich hofft, dass ein ähnliches Verbot in der gesamten EU bald folgt.
Beim letzten deutsch-französischen Ministerrat in Brühl bekräftigten die beiden Regierungen ihre Absicht, ein einheitliches digitales Volljährigkeitsalter in Europa einzuführen. Sie einigten sich auch darauf, einen hochrangigen Austausch zwischen ihren Behörden für Kinderschutz zu schaffen.
Vor seinem Inkrafttreten könnte das Gesetz einer Verfassungsprüfung unterliegen. Falls diese eingeleitet wird, könnte die Anwendung des Textes über den 1. September 2026 hinaus verschoben werden.
Die Sanktionen, denen sich Plattformen bei Nichtbeachtung des Gesetzes aussetzen, sowie die genaue Liste der betroffenen Dienstleistungen sind in den verfügbaren Quellen nicht präzisiert.
Mittels Personalausweis oder Reisepass durch zwei von dem Gesetz designierte Betreiber: France Identité (mobile Anwendung des französischen Staates zur Online-Identitätsbestätigung) und Docaposte (digitale Tochtergesellschaft der Postgruppe La Poste).
Ihre Konten profitieren von einer Übergangsfrist von vier Monaten ab dem 1. September 2026. Die endgültige Schließung ist für den 1. Januar 2027 festgesetzt.
Ja, eine Verfassungsprüfung ist möglich. Falls diese eingeleitet wird, könnte die Anwendung des Gesetzes über den 1. September 2026 hinaus verzögert werden.
Es verstieß gegen den Digital Services Act (DSA), ein EU-Regelwerk, das der Europäischen Kommission vorrangige Zuständigkeit bei der Regulierung von Plattformen einräumt. Das Gesetz von 2026 wurde mit der Kommission koordiniert, um dieses Problem zu vermeiden.
Die Europäische Kommission betrachtet das französische Gesetz als Pilotprojekt. Frankreich und Deutschland haben sich verpflichtet, an einem einheitlichen digitalen Volljährigkeitsalter für Europa zu arbeiten.