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Herz — Desk International · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 3 Min.
Die Hitze in den letzten beiden Juniwochen hat die deutsche Wirtschaft 6,32 Milliarden Euro gekostet. Besonders betroffen waren Produktion, Handel und Lebensmittelwirtschaft. Laut einer für das Handelsblatt erstellten Analyse verursacht jeder Tag mit mehr als 35 °C Kosten von fast einer Milliarde Euro. Auch die Landwirtschaft meldet Einbußen: Beim Winterweizen erreichen die Ertragsverluste bis zu 15 %, beim Raps könnten es 18 % werden. In Düsseldorf-Angermund führte der Ausfall einer Kühlanlage zudem dazu, dass eine Lidl-Filiale ihre Kühlregale sperren und Waren entsorgen musste.
Die Hitze in den letzten beiden Juniwochen hat die deutsche Wirtschaft 6,32 Milliarden Euro gekostet, berichtet das Handelsblatt. Besonders betroffen waren Produktion, Handel und Lebensmittelwirtschaft.
Nach einer für die Zeitung erstellten Analyse von Prognos kostet jeder Tag mit Temperaturen über 35 °C die deutsche Wirtschaft fast eine Milliarde Euro.
Fachleute halten drei oder vier solcher Hitzeperioden pro Jahr für möglich. Die Schäden könnten dann jährlich mehr als 20 Milliarden Euro betragen.
Ende Juni versagten bei rund 38 °C die Kühlanlagen einer Lidl-Filiale in Düsseldorf-Angermund.
Die Filiale sperrte ihre Kühlregale. Frisches Fleisch, Milch, Käse und Joghurt konnten nicht mehr verkauft werden.
Beschäftigte mussten Waren entsorgen. Lidl bestätigte den technischen Vorfall und erklärte, vereinzelte Ausfälle ließen sich nicht ausschließen.
Beim Tiefkühlkosthersteller Frosta lassen hohe Temperaturen die Kosten für Lagerung und Transport deutlich steigen.
Während der Juni-Hitze deckte eine neue Windkraftanlage den zusätzlichen Energiebedarf am Unternehmenssitz in Bremerhaven fast vollständig.
In Lommatzsch in Sachsen soll im Herbst ein 7,5 Hektar großer Solarpark in Betrieb gehen. Er soll den gesamten Strombedarf des dortigen Gemüsewerks decken.
Die große Mehrheit der von Frosta bewirtschafteten Erbsenfelder in Sachsen kann nicht bewässert werden. Die diesjährige Ernte liegt deutlich unter dem üblichen Niveau.
Frosta-Chef Felix Ahlers zufolge bedeuten Temperaturen über 30 °C extremen Stress für Pflanzen. Auch die Bewässerung verursache hohe Kosten.
Die Juni-Hitze traf die Kulturen während der Kornreife. In einigen Regionen mit bereits weit fortgeschrittener Winterweizenernte werden Ertragsverluste von bis zu 15 % gemeldet.
Der Deutsche Bauernverband schätzt, dass die Ertragsverluste beim Raps bis zu 18 % erreichen könnten.
Die Illustrationen dieses Artikels wurden von künstlicher Intelligenz erstellt.
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Im Jahr 2022 wurden in Deutschland rund 554.000 Hektar bewässert. Das entsprach 3,3 % der landwirtschaftlich genutzten Freilandfläche.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag diese Fläche fast um die Hälfte über dem Wert von 2009.
Der Deutsche Bauernverband nennt vier Hindernisse für die Bewässerung: Infrastruktur, Wasserverfügbarkeit, Genehmigungen und hohe Kosten.
Rund zwei Drittel der bewässernden Betriebe setzen Beregnungsanlagen ein. Die sparsamere Tröpfchenbewässerung gewinnt deutlich an Bedeutung.
Selbst bei ausreichender Wasserversorgung führen hohe Temperaturen dem Verband zufolge zu Ertrags- und Qualitätsverlusten. Hagel und Starkregen verursachen zusätzliche Schäden.
Nach einer vom Handelsblatt angeführten Schätzung der Energy & Climate Intelligence Unit dürfte die Rekordhitze im Juni die europäische Getreideernte um zehn Millionen Tonnen verringern.
Für Europas Landwirte würden daraus Verluste von zwei Milliarden Euro entstehen.
Beim deutschen Weizen wird ein Minus von 1,4 Millionen Tonnen erwartet, was Kosten von 233 Millionen Euro entspricht.
In vielen Regionen Deutschlands sind Betriebe mit Grünland und Flächen für den Futteranbau besorgt.
Die verfügbaren Angaben nennen weder die Menge noch den Wert der in der Lidl-Filiale in Düsseldorf-Angermund entsorgten Waren.
Auch der Rückgang der Erbsenernte in Sachsen wird nicht beziffert.
Die Verluste der letzten beiden Juniwochen werden auf 6,32 Milliarden Euro geschätzt.
Zu den besonders betroffenen Bereichen gehörten Produktion, Handel und Lebensmittelwirtschaft.
Beim Winterweizen erreichen die Verluste bis zu 15 %. Beim Raps könnten sie bis zu 18 % betragen.
Rund 554.000 Hektar beziehungsweise 3,3 % der landwirtschaftlich genutzten Freilandfläche.