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Herz — Desk International · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 4 Min.
Die Europäische Kommission hat AliExpress am 20. Juli 2026 mit einem Bußgeld von 550 Millionen Euro belegt – die höchste Geldbuße, die je nach dem DSA (europäische Verordnung über digitale Dienste, angenommen 2022 zur Bekämpfung rechtswidriger Online-Inhalte) verhängt wurde. Die Plattform des chinesischen Alibaba-Konzerns, die größte Marktplatz-Plattform der EU mit 193 Millionen Nutzern, wird für die Verbreitung von Millionen rechtswidriger Produkte bestraft – Fälschungen, gefährliche Spielzeuge, schädliche Kosmetika. AliExpress bestreitet die Sanktion als „unverhältnismäßig".
Die Europäische Kommission hat AliExpress am 20. Juli 2026 ein Bußgeld von 550 Millionen Euro auferlegt, wie The Guardian berichtet. Dies ist die höchste Sanktion, die je nach dem DSA verhängt wurde – der Verordnung (EU) 2022/2065 über digitale Dienste, die im Oktober 2022 angenommen wurde, um die Verbreitung rechtswidriger Online-Inhalte zu bekämpfen. AliExpress, die Online-Handelsplattform des chinesischen Konzerns Alibaba, ist die größte Marktplatz-Plattform der EU mit 193 Millionen Nutzern.
Die Kommission stellte fest, dass AliExpress nicht über ausreichend Personal verfügte, um die Rechtmäßigkeit der zum Verkauf angebotenen Produkte zu bewerten. Einige Artikel wurden nur während "einiger Dutzend Sekunden" geprüft. Die Empfehlungssysteme der Plattform bewarben darüber hinaus rechtswidrige Produkte, und ihre internen Risikobewertungen waren erfolglos.
Millionen rechtswidriger Produkte – Fälschungen, gefährliche Spielzeuge, schädliche Kosmetika, nicht konforme Kleidung und Küchenutensilien – zirkulierten auf der Plattform. Selbst nach ihrer Erkennung blieben diese Artikel wochenlang online. Entfernte Produkte erschienen dann massenhaft erneut.
Die Kommissionsuntersuchung dauerte über zwei Jahre. Während dieser Zeit hatte AliExpress die Gelegenheit, seine Compliance-Verfahren und Risikobewertungen zu korrigieren, tat dies aber nicht. Die Plattform präsentierte Allgemeine Geschäftsbedingungen, die dem Anschein nach konform waren, während sie es Verkäufern leicht machte, nicht konforme Produkte anzubieten.
Die Größe der Plattform ist keine Ausrede. AliExpress hat ihren Verpflichtungen nach dem DSA nicht nachgekommen.
— Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, zuständig für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie
AliExpress lehnte die Sanktion sofort ab und bezeichnete sie als "unverhältnismäßig", wobei die Plattform behauptete, dass die Strafe nicht ihren etablierten Compliance-Rahmen und ihre proaktiven Verbesserungen widerspiegelt. AliExpress teilte mit, dass alle verfügbaren Optionen überprüft werden.
Im Mai 2026 war Temu mit 200 Millionen Euro bestraft worden, weil es rechtswidrige und gefährliche Produkte verkaufte – das erste große DSA-Bußgeld gegen einen Online-Marktplatz. X (ehemals Twitter) wurde mit 120 Millionen Euro für ein als irreführend befundenes Verifikations-Badge und mangelnde Werbe-Transparenz verurteilt.
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EU-Untersuchungen zu Produkten, die auf großen Plattformen verkauft werden, einschließlich Shein, zeigen das systemmäßige Ausmaß des Problems: 65 % der Kosmetika, 63 % der Nahrungsergänzungsmittel und 60 % der Persönlichen Schutzausrüstung (Helme, Sicherheitsschuhe) getestete Produkte entsprachen nicht den europäischen Normen.
AliExpress hat mitgeteilt, "alle verfügbaren Optionen" zu überprüfen, ohne zu präzisieren, ob die Plattform beabsichtigt, Rechtsmittel vor europäischen Gerichten einzulegen. Die Kommission hat sich nicht zu zusätzlichen Abhilfemaßnahmen über die Geldbuße hinaus geäußert. Temu bleibt daneben unter Untersuchung für weitere Fragen, die möglicherweise zu einem zusätzlichen Bußgeld führen.
Der DSA (Digital Services Act), oder Verordnung (EU) 2022/2065, ist ein europäischer Text, der im Oktober 2022 angenommen wurde und große Plattformen verpflichtet, Maßnahmen zur Bekämpfung rechtswidriger Online-Inhalte und Produkte zu ergreifen. Bußgelder können bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes erreichen.
Die DSA-Obergrenze liegt bei 6 % des weltweiten Jahresumsatzes – potenziell mehrere Milliarden Euro für AliExpress (geschätzte Einnahmen ~122 Milliarden). Die Kommission setzte weniger als 1 % dieser Summe an. Die Kalkulationskriterien wurden nicht öffentlich detailliert dargelegt.
Die Plattform teilte mit, "alle verfügbaren Optionen" zu untersuchen, ohne ein formelles Rechtsmittelverfahren anzukündigen. Auf dieser Stufe wurde kein Einspruchsverfahren bestätigt.
Im Mai 2026 wurde Temu mit 200 Millionen Euro für den Verkauf rechtswidriger und gefährlicher Produkte verurteilt. X (ehemals Twitter) erhielt 120 Millionen Euro für ein irreführendes Verifikations-Badge und mangelnde Werbe-Transparenz. Temu bleibt unter Untersuchung für weitere Fragen.
Die Kommission stellte fest, dass entfernte Produkte massenhaft erneut erscheinen und dass erkannte rechtswidrige Artikel wochenlang online bleiben. Über durchgesetzte Korrekturmaßnahmen hinaus des Bußgeldes wurden keine Details in verfügbaren Informationen gemacht.
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