Lost in the Jungle

Sekundärquelle

Eine Sekundärquelle gibt wieder, fasst zusammen oder analysiert, was eine andere ermittelt hat. Ihr Nutzen, ihre Grenze und die Falle der Zitierkette.

Eine Sekundärquelle gibt wieder, fasst zusammen, kontextualisiert oder analysiert eine anderswo ermittelte Information. Ein Zeitungsartikel über eine Studie, eine Agenturmeldung auf Basis eines Communiqués, ein Historikerbuch auf Archivgrundlage: alles Sekundärquellen.

Sie sind nicht minderwertig, sie haben eine andere Funktion. Eine gute Sekundärquelle leistet, was die Primärquelle nie leistet: Sie ordnet ein, vergleicht, benennt Lücken, übersetzt einen Fachtext. Häufig ist das überhaupt erst die Arbeit, die einem Rohdokument Sinn gibt.

Die Falle ist die Kette: Eine Website zitiert einen Artikel, der einen anderen Artikel zitiert, der einen Tweet zitiert. Jedes Glied verliert eine Nuance, und der anfängliche Fehler wird am Ende zur Selbstverständlichkeit, scheinbar bestätigt von zehn Quellen, die eine einzige sind. Die Faustregel: Je mehr Zwischenstufen zwischen Ihnen und dem Sachverhalt liegen, desto nötiger ist der Weg zurück.

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