Lost in the Jungle

Off the record

«Off the record» meint Aussagen an Journalisten, die nicht zitierbar sind. Was die Abmachung wirklich deckt, ihre Abstufungen und warum sie hält.

«Off the record» bezeichnet eine Abmachung zwischen Quelle und Journalist, getroffen bevor die Quelle spricht: Was gesagt wird, erscheint nicht so, wie es gesagt wurde, oder wird nicht der sprechenden Person zugeschrieben. Der englische Ausdruck wird im Deutschen unübersetzt verwendet.

Im Berufsgebrauch umfasst der Begriff mehrere Abstufungen, die man besser ausdrücklich benennt:

  • Striktes Off: Nichts ist publizierbar. Die Information dient der Journalistin nur zum Verständnis – oder als Hinweis, sie anderswo zu beschaffen.
  • Nicht zuschreibbar: Der Inhalt darf erscheinen, die Quelle wird jedoch nur umschrieben – «eine mit dem Dossier vertraute Person».
  • Nur nach Bestätigung: publizierbar erst, wenn die Information anderweitig bestätigt ist.

Die Abmachung muss vorher getroffen werden, nicht nachher: Ein hingeworfener Satz, gefolgt von «das war off», ist es nicht rückwirkend. Sie hat keine rechtliche Kraft und beruht ganz auf dem gegebenen Wort – wer ein Off bricht, verliert seine Quellen, und eine Redaktion, die es tut, verliert die ihren.

Häufige Fragen

Nützt «off the record» der Quelle oder den Lesenden?

Beiden – und genau das macht es heikel. Ohne Off würden Beamte, Angestellte oder Zeugen, die ihre Stelle riskieren, gar nicht sprechen, und Sachverhalte von öffentlichem Interesse blieben verborgen. Anonymität schützt aber auch, wer angreifen will, ohne dazu zu stehen, oder eine interessengeleitete Botschaft platzieren möchte, ohne den Preis dafür zu zahlen. Deshalb verlangen seriöse Redaktionen zu wissen, warum eine Quelle das Off fordert – und schreiben es bisweilen in den Artikel.

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