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Desk International · · Zusammenfassung 30 s · Artikel 3 Min.
Der Senat der Universität Kassel berät am 14. Juli 2026 über eine Änderung seiner Grundordnung, die die Zivilklausel lockern würde – eine Klausel, die die Universität verpflichtet, ihre Forschung ausschließlich für friedliche und zivile Zwecke zu nutzen. Studierende und eine Gewerkschaft lehnen dies ab und warnen vor wachsendem Einfluss von Rüstungsunternehmen auf die Universitätsforschung. Insgesamt haben 4 der 14 Universitäten im Bundesland Hessen diese Klausel in ihre Satzungen aufgenommen.
Der Senat der Universität Kassel berät am 14. Juli 2026 über eine Änderung seiner Grundordnung – ihrer Gründungssatzung, die Governance-Struktur und Leitprinzipien der Institution definiert – die die Zivilklausel lockern würde. Nach Die Zeit verpflichtet diese Klausel die Universität, ihre gesamten Forschungsaktivitäten ausschließlich friedlichen und zivilen Zwecken zu widmen und jede Forschung mit militärischem oder Rüstungshintergrund auszuschließen.
Studierende und eine Gewerkschaft lehnen diese Aufweichung ab. Sie warnen vor wachsendem Einfluss von Rüstungsunternehmen auf die Universitätsforschung, sollte die Klausel geschwächt werden.
Die Universität Kassel ist eine von vier Hessischen Hochschulen, auf die sich die Zivilklausel in den Satzungen verankert hat – von insgesamt 14 Universitäten im Land Hessen.
Die Universität Kassel ist eine öffentliche Hochschule in Hessen, gegründet 1971, bekannt besonders für ihre Stärke in Ingenieurwissenschaften, Umweltwissenschaften und Sozialforschung.
Die ersten Zivilklauseln wurden in den 1980er-Jahren von mehreren deutschen Universitäten eingeführt, im Zuge der Friedensbewegung und Debatten rund um die Stationierung von NATO-Raketen in der Bundesrepublik, ausgelöst durch den NATO-Doppelbeschluss von 1979.
Am 27. Februar 2022, drei Tage nach der russischen Invasion der Ukraine, hielt Bundeskanzler Olaf Scholz vor dem Bundestag seine Rede zur Zeitenwende und kündigte einen Sonderfonds von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr an. Dieses Ereignis entfachte bundesweit die Debatte über die Relevanz von Zivilklauseln angesichts neuer Anforderungen der Landesverteidigung neu.
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Der Ausgang der Abstimmung im Senat der Universität Kassel war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht bekannt. Die Gewerkschaft, die die Proteste anführt, ist in verfügbaren Quellen nicht namentlich genannt. Die genaue Natur der geplanten Änderungen der Grundordnung wurde öffentlich nicht detailliert dargelegt.
Eine Zivilklausel ist eine Bestimmung in der Satzung einer deutschen Universität, durch die sich die Hochschule verpflichtet, ihre gesamten Forschungs- und Lehrtätigkeiten ausschließlich friedlichen und zivilen Zwecken zu widmen und dabei jede Forschung mit militärischem oder Rüstungshintergrund auszuschließen.
4 der 14 Universitäten im Land Hessen haben die Zivilklausel in ihre Satzungen aufgenommen, darunter die Universität Kassel.
Die Grundordnung bezeichnet die Gründungssatzung einer deutschen Universität oder öffentlichen Einrichtung. Dieses Dokument höchsten Rangs definiert die Governance-Struktur, Entscheidungsgremien (Senat, Präsidium) und Leitprinzipien der Institution. Jede wesentliche Änderung erfordert die Zustimmung des Universitätssenats und, je nach Bundesland, die Validierung durch die Aufsichtsbehörde.
Die russische Invasion der Ukraine im Februar 2022 und die Rede zur Zeitenwende von Bundeskanzler Scholz mit einem Rüstungsfonds von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr haben bundesweit die Diskussion über die Vereinbarkeit von Zivilklauseln mit neuen Anforderungen der Landesverteidigung neu entfacht.